In der Unterwelt sieht's düster aus!
THC-Mitglieder diskutieren über Investitionen, Begehrlichkeiten und Minifamilien – Jugendpreis für Schiri-Talent

Auf der Jahreshauptversammlung des Hanauer Tennis- und Hockey-Clubs standen am Freitagabend neben der sportlichen Entwicklung vor allem dringend notwendige Baumaßnahmen an Clubhaus und Außenanlage im Mittelpunkt der teils lebhaften Diskussionen. Sanierungsstau heißt das Zauberwort, und die voraussichtlichen Kosten ließen so manches Mitglied eine ganze Spur blasser werden.
Der Kanal ist voll – so könnte man sehr salopp beschreiben, was bei Untersuchungen des Abwassersystems unter der Clubanlage des THC unlängst herauskam. Starke Verwurzelungen des üppigen Baumbestandes rund um das Gelände machten den Kanälen zu schaffen, erläuterte Vereinschef Michael Bailly den rund 100 Anwesenden auf der Hauptversammlung das Malheur in der Unterwelt. Die Duschanlagen im Clubhaus zu sanieren und damit eine weitere dringend notwendige Maßnahme umzusetzen, sei aber Unsinn, wenn das Abwassersystem nicht funktioniere. Kurzum: Der Verein müsse sich an den Gedanken gewöhnen, für diverse Sanierungen rund um das Vereinshaus und -gelände richtig Geld in die Hand zu nehmen. |
![]() Geballte Vereinspower: Ehrungen gab es unter anderem für bis zu 65 Jahre |
| Alles in allem liege man nach ersten vorsichtigen Schätzungen bei Kosten von rund 850 Euro pro saniertem Quadratmeter. Eingeschlossen seien dabei neben Kanal und Duschen zum Beispiel auch das Flachdach und die Lichtkuppeln des Gebäudes. Doch, wer soll das bezahlen? | |
Dank umsichtiger Haushaltsführung, die auch die Buchprüfer dem Vorstand bescheinigten, sei man finanziell solide aufgestellt, gleichwohl aber ein solcher Kraftakt aus Bestandsmitteln nicht zu stemmen. Bailly warb für das Ansinnen der Vereinsführung, einen Kredit (wahrscheinlich 100 000 Euro) aufzunehmen und dabei die aktuell günstige Zinssituation zu nutzen. Anregungen zur Refinanzierung kamen dazu aus dem Auditorium: Eine Art „Zwangsspende“ von jedem der rund 1200 Mitglied, die sich auf 60 Euro belaufe und im Laufe der nächsten zwölf Monate eingezahlt werden könne. Auch handfeste Hilfe bei den anstehenden Arbeiten warf man ins Rennen. Beschlossen wurde indes die Einrichtung eines Bauausschusses, der zunächst Kalkulationen und Kostenvoranschläge auf Herz und Nieren prüfen und mögliches Einsparpotenzial identifizieren und auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung vortragen soll.
Apropos „Zahlen“: Für den Vorstand stellte Thomas Bach die Bilanz des vergangenen Jahres dar. Einnahmen von knapp 541 000 Euro hätten Ausgaben von rund 521 000 Euro gegenüber gestanden und damit ein Plus von etwa 20 000 Euro am Ende des Jahres. Dies entspreche dem Trend des sich seit 2012 kontinuierlich verbessernden Wirtschaftsergebnisses, so Bach. Gleichwohl könne man sich auf diesen Lorbeeren keineswegs ausruhen; vielmehr gelte es, auch im Hinblick auf sportliche Erfolge und damit verbundenen höheren Kosten, weitere Einnahmequellen zu generieren. Bach nannte dazu größere Anstrengungen bei der Sponsorensuche, aber auch ein Überdenken der aktuellen Beitragsstruktur. Diese Mitgliedsbeiträge waren es auch, die den zweiten Teil der Jahreshauptversammlung prägten: Thomas Bach präsentierte das Ergebnis einer detaillierten Analyse des Clubgefüges und stellte es in direkten Zusammenhang mit Mitgliederstruktur und -beitragsgefüge. Man sei zu der Erkenntnis gelangt, der THC vertrage noch eine gehörige Portion Familienfreundlichkeit, um für dieses, bislang kleinere Segment attraktiver zu werden. Dabei gehe es zum einen um entsprechende Angebote, um eine Wohlfühlatmosphäre auf der Anlage (Duschen & Co. lassen grüßen), aber eben auch um monetäre Anreize für Familien.
Der Vorstand schlage daher die Einführung der sogenannten „Minifamilie“ (Ein Erwachsener und ein Kind) vor. Damit wolle man die Eltern, die bislang nur als passive Mitglieder für ihre noch kleinen Kinder fungierten, gewissermaßen ins „Aktivboot“ holen, das Clubleben und die Bindung der Familien an den THC stärken und gleichzeitig natürlich auch etwas für die Kasse des Vereins tun. Kritik gab es an der Kleinteiligkeit der neuen Gebührenstruktur und an einer vermeintlichen Ungerechtigkeit der Berechnung. Gleichwohl schlossen sich die anwesenden Mitglieder dem Vorschlag des Vorstandes an. So wird also ab 2016 die „Minifamilie“ Einzug halten und, je nach Alter des Kindes, mit 400 beziehungsweise 500 Euro Jahresbeitrag zu Buche schlagen.
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Die – sichtlich überraschte – Preisträgerin habe sich im Laufe der Zeit Entschlossenheit, aber auch mehr Gelassenheit „an der Pfeife“ zugelegt, begleitet von einer „auffallend freundlichen Präsenz“. Bailly: „Die Verantworlichen des hessischen Schiedsrichterwesens sagen ihr eine große Zukunft voraus.“ Kathinka Mumme gehört zum festen Jugendschiedsrichterkader des Hessischen Hockeyverbandes sowie zum sogenannten „Damenkader“ des Deutschen Hockeybundes, einer Fördermaßnahme für weibliche Schiedsrichtertalente. Auf dessen Berufung hin pfiff sie in der Hallensaison als jüngste Teilnehmerin in Berlin im Länderpokal. Der Club sei stolz, sie in seinen Reihen zu haben, so der Vorsitzende zum Abschluss seiner Rede und des Abends.
(Bericht: Britta Hoffmann-Mumme - Bilder: Stephan Hoffmann)
Mit freundlicher Genehmigung des Hanauer Anzeiger
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